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By Susanne von Below

Zu den Diskussionen über die unterschiedlichen Bildungssysteme innerhalb Deutschlands, die derzeit angesichts der PISA-Studie einen neuen Höhepunkt erleben, präsentiert dieses Buch einen wesentlichen Beitrag: Wie wirken sich die unterschiedlichen institutionellen Regelungen in den Bundesländern aus? Auf welchen Prinzipien beruhen sie? Welchen Ziele erreichen sie, welche bleiben außen vor?
Die hier vorgelegte Studie führt erstmals eine systematische examine der Bildungssysteme in den einzelnen Bundesländern durch und stellt eine Typologie vor, die auf den unterschiedlichen Regelungen von Inhalten und deren Kontrolle sowie der Strukturen im allgemeinbildenden Schulwesen beruht. Demnach gibt es in Deutschland vier grundlegend unterschiedliche Typen von Bildungssystemen: traditionell-konservativ, traditionell-liberal, reformiert-konservativ, reformiert-liberal.
Besonderes Augenmerk gilt dem Konflikt zwischen zwei widerstrebenden Zielen bei der Erziehung: der Verwirklichung individueller Autonomie einerseits und der Anpassung der Individuen an das method als Ganzes andererseits. In einem theoretischen Teil werden die Typen von Bildungssystemen als verschiedene Ansätze zur Lösung dieses Konfliktes interpretiert.
In diesem Buch steht neben der Teilhabe 16-19jähriger Jugendlicher am allgemeinbildenden Schulwesen der Einfluss ihrer sozialen Herkunft im Vordergrund. Diese Fragenstellungen werden am Beispiel der neuen Bundesländer überprüft, wo in der Nachfolge des einheitlichen Bildungssystems der DDR drei der vier Typen eingeführt wurden. Eine Darstellung des Bildungswesens der DDR und der dort bestehenden Ungleichheiten folgt die Beschreibung der aktuellen state of affairs in den neuen Bundesländern mit ausführlichen eigenen Datenanalysen. Die Veränderungen der Bildungsbeteiligung von Jugendlichen in einem relativ kurzen Zeitraum sind frappierend. Neben dem deutlich längeren Verbleib Jugendlicher nach dem Wegfall von DDR-Restriktionen zeigen sie den enormen Stellenwert, den

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DaB die wissenschaftliche Untersuchung des Menschen in der Gesellschaft einer Elementarkategorie bedarf, die den Schnittpunkt der Tatsachen des Einzelnen und der Gesellschaft bezeichnet" (66). Sie zitiert Marx 1964 und 1967, der sich ihrer Meinung nach zu sehr auf den Aspekt der Entfremdung konzentriert. Hier: Simmel 1955 (vgl. auch 1966, 1989), der zwar die individualistischen Aspekte multipler Beziehungen in der modernen Welt darstellt, fiir den Entfremdung jedoch keine Rolle spielt. B.

Diese beiden Dimensionen von individueller Autonomie werden in den zwei folgenden Abschnitten dargestellt. 1 Die quantitative Dimension von Autonomie: Einfache und komplexe soziale Systeme und ihre 1mplikationen fur individuelle Autonomie In ihrem Aufsatz "The Complexity of Roles as a Seedbed of Individual Autonomy" konstruiert Rose Laub Coser (1975), basierend auf den Arbeiten von Merton (1968) - insbesondere seiner Rollentheorie - eine Theorie des Individualismus in der modernen Gesellschaft; dabei verwendet sie die im Grunde in den Sozialwissenschaften bekannten Begriffe "einfache" und "komplexe" Gesellschaften mit einer neuen Bedeutung.

Kohn 1977, Bernstein 1971, Ford, Young et al. 1967) oder gesamte Gesellschaften (wie in der kulturvergleichenden Forschung) beziehen, kann diese Perspektive ebenso auf die verschiedenen sozialen Systeme angewendet werden, die die Schulen in den verschiedenen Bundeslandern darstellen - unter Beriicksichtigung der Tatsache, dass es sich (auch wenn es zwischen ihnen deutliche Unterschiede gibt) urn soziale Systeme handelt, die auf einer relativ ahnlichen Grundlage beruhen, da sie aIle innerhalb eines hoch differenzierten, komplexen und strukturell ahnlichen Systems existieren.

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